Stonehenge ist weitaus älter, als viele annehmen. Die früheste Bauphase reicht bis etwa 3100 v. Chr. zurück. Damit ist der ursprüngliche Erdwall in der Ebene von Salisbury älter als die Große Pyramide von Gizeh. Der berühmte Steinkreis, den wir heute sehen, wurde erst viel später errichtet, etwa zwischen 2600 und 2400 v. Chr., doch die Geschichte des Monuments umspannt eine Entwicklungszeit von mindestens 1.500 Jahren.
Wie wurden die Steine transportiert?
Eine der erstaunlichsten Tatsachen über Stonehenge ist der immense Aufwand, der für den Transport der Steine betrieben wurde. Das Monument besteht aus zwei verschiedenen Gesteinsarten: den größeren Sarsensteinen und den kleineren Blausteinen. Die Sarsensteine, die den berühmten äußeren Kreis und die inneren Trilithen bilden, wiegen im Durchschnitt jeweils 25 Tonnen, wobei der größte, der Fersenstein (Heel Stone), etwa 30 Tonnen wiegt. Geochemische Analysen haben ihren Ursprung in West Woods nachgewiesen, einem Gebiet etwa 26 km (16 Meilen) nördlich des Standorts.
Noch bemerkenswerter ist, dass die kleineren Blausteine, die jeweils zwischen 2 und 5 Tonnen wiegen, aus den Preseli Hills in Pembrokeshire, Wales, transportiert wurden. Das war eine unglaubliche Reise von über 225 km (140 Meilen). Während man früher annahm, sie seien von Gletschern transportiert worden, bestätigt die moderne Forschung, dass sie von Menschenhand abgebaut und bewegt wurden – eine Leistung, die immense Organisation und Einfallsreichtum erforderte.
Welchem Zweck diente Stonehenge?
Obwohl niemand den genauen Zweck kennt, deuten Beweise darauf hin, dass Stonehenge eine multifunktionale Stätte von großer Bedeutung war. Seine perfekte Ausrichtung auf die Sonnenbewegungen ist eines seiner berühmtesten Merkmale. Zur Sommersonnenwende geht die Sonne direkt hinter dem Fersenstein auf und wirft einen Lichtstrahl in das Herz des Kreises. In ähnlicher Weise wird der Sonnenuntergang zur Wintersonnenwende vom höchsten Trilithen eingerahmt. Dies deutet darauf hin, dass es als ausgeklügelter Sonnenkalender oder als Ort für jahreszeitliche Zeremonien genutzt wurde.
Archäologische Funde zeigen auch, dass es sich um eine bedeutende Begräbnisstätte handelte. Bei Ausgrabungen wurden eingeäscherte menschliche Überreste gefunden, die bis auf 3000 v. Chr. zurückgehen. Mindestens 63 verschiedene Personen wurden hier bestattet, was Stonehenge zu einem der größten bekannten neolithischen Friedhöfe in Großbritannien macht. Dies deutet auf eine tiefe Verbindung zu den Ahnen und dem Jenseits hin.
Überraschende Fakten über Stonehenge
- Es wurden Holzbearbeitungstechniken verwendet: Die Erbauer formten die Sarsensteine mit Techniken, die normalerweise Holz vorbehalten sind, und schufen Zapfenverbindungen, um die horizontalen Decksteine auf den aufrechten Steinen zu befestigen.
- Die Steine haben akustische Eigenschaften: Studien haben gezeigt, dass einige der Blausteine einen einzigartigen, nachhallenden Klang erzeugen, wenn man auf sie schlägt. Dies führt zu der Annahme, dass sie wegen ihrer klanglichen Eigenschaften ausgewählt wurden, ähnlich wie riesige Glocken.
- Es ist ein UNESCO-Weltkulturerbe: Stonehenge und die umliegende Landschaft mit Hunderten von prähistorischen Monumenten wurden 1986 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
- Es war nicht nur ein einziger Kreis: Das Monument wurde über viele Jahrhunderte hinweg gebaut und umgestaltet. Frühere Phasen umfassten Holzpfosten und andere Anordnungen der Blausteine, bevor die endgültige Sarsenstruktur entstand.
- Der Altarstein ist ein Rätsel: Lange Zeit glaubte man, der sechs Tonnen schwere Altarstein stamme wie die anderen Blausteine aus Wales. Neuere Forschungen aus dem Jahr 2024 deuten jedoch darauf hin, dass er aus dem weit entfernten Nordschottland stammen könnte, einer Entfernung von über 700 km (435 Meilen).
Wer erbaute Stonehenge?
Stonehenge wurde nicht von einer einzigen Gruppe von Menschen erbaut. Der Bau erstreckte sich über 1.500 Jahre und umfasste verschiedene Kulturen. Der ursprüngliche Erdwall wurde um 3100 v. Chr. von neolithischen Bauerngemeinschaften geschaffen. Spätere Phasen, einschließlich der Aufrichtung der großen Sarsensteine, wurden von nachfolgenden bronzezeitlichen Gesellschaften durchgeführt, die manchmal als Glockenbecherkultur bezeichnet werden. Das schiere Ausmaß des Projekts erforderte die Zusammenarbeit von Hunderten von Menschen über viele Generationen hinweg, was auf eine hoch organisierte und kooperative Gesellschaft schließen lässt. Um dieses antike Wunder selbst zu erleben, können Sie Ihre Tickets im Voraus buchen.
Häufig gestellte Fragen
Wie alt ist Stonehenge wirklich?
Der älteste Teil von Stonehenge, der kreisförmige Erdwall mit Graben, wurde um 3100 v. Chr. erbaut. Die berühmten Steinformationen wurden später errichtet, etwa zwischen 2600 v. Chr. und 1600 v. Chr.
Wie viel wiegen die Steine?
Die großen Sarsensteine wiegen durchschnittlich 25 Tonnen (22,6 metrische Tonnen). Die kleineren Blausteine wiegen jeweils zwischen 2 und 5 Tonnen.
Wurde Stonehenge von Druiden erbaut?
Nein, das ist ein weit verbreiteter Mythos. Die Druiden waren eine Priesterklasse der Kelten, die während der Eisenzeit in Großbritannien lebten, also Tausende von Jahren nach der Fertigstellung von Stonehenge. Das Monument wurde von viel früheren Völkern der Jungsteinzeit und Bronzezeit erbaut.
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